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ZECHE RECKLINGHAUSEN II

Hochlarmark holt auf.

1988 war auch im Recklinghäuser Süden endgültig Schicht im Schacht. Heute ist es rund um Förderturm und Maschinenhalle grün geworden. Highlights: der Skatepark und die vermutlich letzte in Deutschland gebaute Dampffördermaschine.

Sehenswert bei Tag und Nacht: die Anlage der ehemaligen Zeche Recklinghausen II mit Förderturm und Maschinenhalle.Als grauer und wenig attraktiver, von Bergbau und hohem Ausländeranteil geprägter Stadtteil wurde Hochlarmark in den 80er Jahren noch belächelt – oder weiträumig umfahren. Der Strukturwandel hat aber auch hier rund um die ehemalige Zeche Recklinghausen II an der Karlstraße zugeschlagen. Ein Glücksfall dabei ist, dass der entstandene Stadtteilpark direkt am Fuße des Landschaftsparks Hoheward mit dem spektakulären Himmelsobservatorium liegt – verbunden durch die einmalige Drachenbrücke.

Bevor allerdings die Spaziergänger, Radfahrer und ersten Touristen kamen, wurde das Gelände zum El Dorado für BMX-Fahrer und Skateboarder: Der 8.500 Quadratmeter große Bike- und Skatepark im Schatten des Förder- turms ist seit der Eröffnung der Hit bei den jugendlichen und erwachsenen Bikern und Rollbrettfahrern. Die Funboxen, Rails, Quarter- pipes, Banks, Funbanks, die beeindruckende Rampwall sowie die Dirtlines sind alle in bestem Zustand – dafür sorgt die Stadt als Betreiberin der Anlage. Verschiedene Events wie der BMX Jam im Pott oder das Festival Rock am Zechenturm sowie die regelmäßigen Skatenights sorgten dafür, dass der Bike- und Skatepark über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt geworden ist.

Mit der Kultivierung des restlichen Geländes der ehemaligen Zeche Recklinghausen II entstand der Stadtteilpark mit ausladenden Wiesenflächen, Spielplätzen, Themengärten und Wäldern. Der Förderturm im Mittelpunkt des Parks, Kategorie "Deutsches Strebengerüst", ist seit eh und je Blickfang im Stadtteil Hochlarmark und bautechnisch ein Einzelstück. Heute kann man das Fördergerüst gar als Landmarke bezeichnen: Die Umsetzung des Siegerentwurfs zum Wettbewerb "Kunst in Hochlarmark" setzt als Lichtinstallation des Förderturms über Hochlarmark hinaus ein Zeichen für den Wandel im Ruhrgebiet.

Dass der Konrad Ende Schacht überhaupt erhalten blieb, geht auf die Initiative des Förderverein für Bergbau und Industriegeschichte Recklinghausen e.V. zurück. In dem Verein fanden sich rund 150 ehemalige Bergleute aus der Dreieck-Siedlung, Technik Freaks, Kohlenpottfreunde und Industriearchäologieästheten zusammen und kauften der RAG die Anlage mit Stahlfördergerüst und Fördermaschinenhaus aus dem Jahr 1964 ab, restaurierten diese vollständig und veranstalten nun Führungen durch das entstandene Museum im Maschinenhaus mit der Dampffördermaschine, die Anfang der 1960er Jahre von der Eisenhütte Prinz-Rudolph in Dülmen als die vermutlich letzten Dampffördermaschinen in Deutschland gebaut wurde.
 
Bilder von der Zeche Recklinghausen II gibt es in unserer Fotogalerie.
 
Übrigens: Die Maschinenhalle kann für für eigene Veranstaltungen gemietet werden. Highlight hier ist die große verglaste Gebäudefront, die den Blick auf die Halde Hoheward ermöglicht.

Zeche Recklinghausen II
Museum für Bergbau- und Industriegeschichte
Karlstr. 75
45661 Recklinghausen
Tel.: 02361 6580562

Bike- und Skatepark
Infos unter Tel.: 02361 34706
Öffnungszeiten: 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit