| MUSIKTHEATER PIANO |
Musikgenuss unter Denkmalschutz.Vor mehr als 100 Jahren duftete es hier nach frischen Brötchen, jetzt kocht die Stimmung bei Rockkonzerten. In dem einstigen Gasthaus "Zum Deutschen Haus" stehen heute Konzerte, Partys und Lesungen auf dem Programm. Von außen wirkt das Gebäude wie ein typisches Gasthaus des frühen 20. Jahrhunderts. Im Inneren erwarten den Besucher jedoch beeindruckende Räume im Jugendstil – einem Baustil, der in Dortmund nur noch selten anzutreffen ist. Das Gebäude begeistert offensichtlich nicht nur Denkmalpfleger. Aktuell nimmt eine Schulklasse des Fritz-Henßler-Berufskollegs die (Bau-)Geschichte des Anwesens genau unter die Lupe. Anlass für die Denkmalbehörde, dieses bemerkenswerte Gebäude als Denkmal des Monats im September vorzustellen.Nähert man sich dem Piano über die Lütgendortmunder Straße, fällt das außergewöhnlich große Volumen des Gebäudes unmittelbar auf. Flächige Dekorationen in den geschwungenen Formen des Jugendstils lassen prompt vermuten, dass das Gebäude im frühen 20. Jahrhundert gebaut wurde. Auf den zweiten Blick irritieren jedoch die ungewöhnliche Gliederung des Gebäudes und ein paar Fassadendetails, die offensichtlich älter sind. Einen ersten Hinweis, wie diese Ungereimtheiten zusammenhängen könnten, gibt eine Inschrift über dem Hoftor: "1873. Wilh. Roggenkämper. 1903." Offensichtlich ist das Gasthaus "Zum Deutschen Haus" nicht in einem Guss entstanden. Bereits 1873 war der östliche Teil des heutigen Baudenkmals als Bäckerei und Gasthaus "Zum deutschen Haus" mit dem klassizistischen Giebel errichtet worden. 30 Jahre später lohnte sich eine Vergrößerung der florierenden Gastwirtschaft. Die Bäckerei wurde aufgegeben, das Gasthaus stark erweitert, der Schmuck der Altbaufassade an den Neubau angepasst. Ein neuer großer Saal mit Bühne und Balkon bot Platz für alle möglichen Darbietungen bei Familien- und Vereinsfeiern. Ende der 1950er Jahren ging die Nachfrage im Gastbetrieb zurück. Viele Menschen verbrachten immer mehr Abende zu Hause, nachdem das Fernsehen Einzug in das alltägliche Leben genommen hatte. In den 1970er Jahren nutzte man deshalb einen Teil des Anwesens als Studentenwohnheim. Erst die heutigen Betreiber – darunter die Enkelin des einstigen Bauherrn - haben den prachtvollen Jugendstil-Saal aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Als Ort für Musikveranstaltungen, besonders der Jazz- und Rockszene, ist das Piano inzwischen weit über Dortmund hinaus bekannt und beliebt. Die Gasträume und insbesondere der große Saal machen viele Besucher beim ersten Anblick sprachlos: Labyrinthartig verschachteln sich Gastraum, großer Saal, Billardraum, Wintergarten und weitere Räume ineinander. Holzvertäfelungen, Türen und Fenster, Stuckfriese, Bühnenfassung, Saalbalkon, selbst die Durchreiche und ein Teil der Tische und Stühle stammen noch aus der Zeit des Um- und Neubaus 1903 – ein Juwel des Jugendstils in Lütgendortmund. Musiktheater Piano Lütgendortmunder Str.43 44388 Dortmund Tel.: 0231 604206 |


Von außen wirkt das Gebäude wie ein typisches Gasthaus des frühen 20. Jahrhunderts. Im Inneren erwarten den Besucher jedoch beeindruckende Räume im Jugendstil – einem Baustil, der in Dortmund nur noch selten anzutreffen ist. Das Gebäude begeistert offensichtlich nicht nur Denkmalpfleger. Aktuell nimmt eine Schulklasse des Fritz-Henßler-Berufskollegs die (Bau-)Geschichte des Anwesens genau unter die Lupe. Anlass für die Denkmalbehörde, dieses bemerkenswerte Gebäude als Denkmal des Monats im September vorzustellen.