| HAGEN RETHER: "LIEBE" |
Extended Barmusik-Kabarett – aktuell böse.Gaukelt der Programmtitel noch Herzschmerz vor, bleibt einem von Anfang an das Lachen im Halse stecken. Hagen Rether, der Klavier spielende Kabarettist mit der sanften Stimme, kommt voller Angriffslust und garantiert ohne Liebe.
Alle Programme von Hagen Rether tragen den Titel "Liebe", nur die Inhalte ändern sich. Und das, obwohl es das einzige ist, was in seinem Programm nicht vorkommt. Dabei sieht er so harmlos aus, à la Schwiegermutters Liebling, wie er da gut gekleidet und frisiert am Klavier sitzt, mit der roten Armbinde mit schwarzem A wie Arbeitsamt auf weißem Grund. Kinderarbeit, Zerstörung von Volkswirtschaften durch Börsenspekulationen, Umweltkatastrophen durch Ressourcenausbeutung, Wurst im eigenen Darm, Dummheit: Mit diesen Themen benennt er – niemals lieb aber auch niemals laut – den Ist-Zustand und hält der Gesellschaft bedingungslos den Spiegel vor und weiß "Wir sind so hohl wie wir voll sind." Hagen Rether untermalt seine ruhigen Ansprachen mit sanften Pianoklängen – damit steigert er seine Beobachtungen und politisch nicht korrekten Theorien ins Bodenlose.Als Zuschauer läuft es einem bei diesen schonungslosen Wahrheiten kalt den Rücken herunter, man möchte hinaus gehen und ein besserer Mensch werden – einen ähnlichen Effekt vermag aktuell wohl nur Serdar Somuncu hervorrufen. Doch spätestens auf der Heimfahrt wird man von seinem eigenen Tun, seiner Begrenztheit und Konsumgeilheit desillusioniert – ein weiterer Schlag in die Magengrube. Die Süddeutsche Zeitung nennt dies "subversiv, nonchalant und hundsgemein". Wir meinen: Genial gefährlich und nur für gefestigte Persönlichkeiten mit den richtigen Turnschuhen. Hagen Rether: "Liebe"
26.08.2010 Zeltfestival Ruhr, Bochum |




Alle Programme von Hagen Rether tragen den Titel "Liebe", nur die Inhalte ändern sich. Und das, obwohl es das einzige ist, was in seinem Programm nicht vorkommt. Dabei sieht er so harmlos aus, à la Schwiegermutters Liebling, wie er da gut gekleidet und frisiert am Klavier sitzt, mit der roten Armbinde mit schwarzem A wie Arbeitsamt auf weißem Grund. Kinderarbeit, Zerstörung von Volkswirtschaften durch Börsenspekulationen, Umweltkatastrophen durch Ressourcenausbeutung, Wurst im eigenen Darm, Dummheit: Mit diesen Themen benennt er – niemals lieb aber auch niemals laut – den Ist-Zustand und hält der Gesellschaft bedingungslos den Spiegel vor und weiß "Wir sind so hohl wie wir voll sind." Hagen Rether untermalt seine ruhigen Ansprachen mit sanften Pianoklängen – damit steigert er seine Beobachtungen und politisch nicht korrekten Theorien ins Bodenlose.