| MUSEUM KÜPPERSMÜHLE IN DUISBURG |
Gigantomanie am Innenhafen.Das Logo des MKM trägt schon die Farbe des neuen Sponsors. Mit der für 2010 geplanten Fertigstellung des Erweiterungsbaus wird das Evonik-Logo in Übergröße stets daran erinnern, wer den schwebenden Kunst-Container ermöglicht hat. Im Hinblick auf das nahende Kulturhauptstadtjahr zeigte sich schnell, dass man auf teure und populäre Blockbusterprojekte setzt. So wurde das "Motto von Karl Ernst Osthaus, 'Kultur durch Wandel, Wandel durch Kultur', das noch die von der Stadt Essen im Namen des Ruhrgebiets eingereichte Bewerbung bestimmte" (FAZ), im "Buch eins" zugunsten von Standortpolitik und Kulturtourismus geopfert. An allen Orten wird geklotzt, Ruhrwärts-Macher Rolf Jansen spricht gar von "Cranger Kirmes XXL", jetzt ist der Innenhafen dran. So beginnen im Frühjahr 2009 die Umbauarbeiten am Museum Küppersmühle, um die umfangreiche Sammlung Ströher, die derzeit nur in Auszügen im MKM gezeigt werden kann, künftig angemessen und mit mehr Spielraum im größeren Zusammenhang präsentieren zu können. Die Eröffnung der 22 neuen Räume mit rund 2.000m² Ausstellungsfläche soll im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr2010 erfolgen.Die Baseler Architekten Herzog & de Meuron haben die ehemalige Küppersmühle Ende der 90er Jahren in ein Museum zunächst für die Sammlung Grothe umgestaltet. Um Platz für die rund 1.500 Werke der Sammlung Ströher zu schaffen werden Herzog & de Meuron der alten Backstein-Architektur einen neuen Baukörper entgegensetzen. Der Erweiterungsbau hat die schlichte, reduzierte Form eines Quaders und inszeniert greifbar den Gegensatz zwischen Schwere und Leichtigkeit. Der monumentale Baukörper schwebt in 36 Metern Höhe teilweise frei über dem Boden. Eine zweite, äußere Fassade umschließt als transparente Hülle den inneren Baukörper, dessen Fensteröffnungen gezielte Ein- und Ausblicke ermöglichen. Durch den modernen Kunst-Container können zukünftig mehr als doppelt so viele Werke der Sammlung Ströher gezeigt werden, womit ein Gang durch 60 Jahre Kunstgeschichte der Bundesrepublik Deutschland entstehen soll. Werke von Josef Albers, Stephan Balkenhol, Georg Baselitz, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, Hanne Darboven, Günther Förg, K.O. Götz, Gotthard Graubner, Candida Höfer, Gerhard Hoehme, Rebecca Horn, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Imi Knoebel, Norbert Kricke, Markus Lüpertz, Blinky Palermo, A.R. Penck, Otto Piene, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Fred Thieler, Hann Trier, Rosemarie Trockel oder Wols erhalten den ihnen gebührenden Platz. In den erweiterten Räumlichkeiten wird die direkte Konfrontation von Künstlern der älteren und jüngeren Generation und deren Werken möglich sein. Beispiele für eine solche fruchtbare Beeinflussung, die im Sinne einer Um- und Neudeutung der Kunst zu sehen ist, sind etwa Hann Trier und Georg Baselitz, K.O. Götz und Gerhard Richter oder K.F. Dahmen und Günther Förg. "Mit dem Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle und dem großartigen Engagement des Sammlerehepaars Ströher entwickelt sich unsere Stadt zum bedeutendsten Ort zeitgenössischer deutscher Malerei", freut sich Kulturdezernent Karl Janssen. "Das Engagement von Evonik ist ein Glücksfall für Duisburg." … und finanziert das Bauprojekt mit 10 Millionen Euro zu einem Drittel. Dass Evonik nach dem Rückzug vom Sponsoring der RuhrTriennale im Duisburger Innenhafen eingestiegen ist, verwundert nicht, wurde schon im April 2008 vom Konzern selbst eine Neuausrichtung der Sponsoringaktivitäten bestätigt (www.ruhrbarone.de). Evonik erhält durch sein Engagement am MKM eine mehr als prominente Darstellung im Riesenformat an demjenigen Bau, der als weithin sichtbares Wahrzeichen das Duisburger Stadtbild nachhaltig prägen wird.
MKM Museum Küppersmühle für Moderne KunstPhilosophenweg 5547051 Duisburg Tel: 0203 30194811 Öffnungszeiten: Mi 14-18 Uhr, Do 11-18 Uhr, Fr nach Vereinbarung Sa, So und feiertags 11-18 Uhr |




Im Hinblick auf das nahende Kulturhauptstadtjahr zeigte sich schnell, dass man auf teure und populäre Blockbusterprojekte setzt. So wurde das "Motto von Karl Ernst Osthaus, 'Kultur durch Wandel, Wandel durch Kultur', das noch die von der Stadt Essen im Namen des Ruhrgebiets eingereichte Bewerbung bestimmte" (FAZ), im "Buch eins" zugunsten von Standortpolitik und Kulturtourismus geopfert. An allen Orten wird geklotzt, Ruhrwärts-Macher Rolf Jansen spricht gar von "Cranger Kirmes XXL", jetzt ist der Innenhafen dran. So beginnen im Frühjahr 2009 die Umbauarbeiten am Museum Küppersmühle, um die umfangreiche Sammlung Ströher, die derzeit nur in Auszügen im MKM gezeigt werden kann, künftig angemessen und mit mehr Spielraum im größeren Zusammenhang präsentieren zu können. Die Eröffnung der 22 neuen Räume mit rund 2.000m² Ausstellungsfläche soll im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr2010 erfolgen.