| LEHMBRUCK MUSEUM DUISBURG |
Zum niederknien schöne Skulpturen.Schwarze Figuren ragen dürr in die Höhe, eine organische Form schimmert in edler Bronze, ein großer Engel in knalligen Farben entzückt Kinder wie Intellektuelle. Im "Zentrum Internationaler Skulptur" feiert Lehmbrucks Kniende nun Geburtstag. Es ist hell im Wilhelm Lehmbruck Museum, in den weiten Räume hallen die Schritte der Besucher, hier und da verrenkt sich ein Kunstbetrachter um eine neue Sicht auf Picassos Stier im Kleinformat zu bekommen. Hier eine Terrakottaplastik, dort ein Arps spiegelglatter Torso in absoluter Abstraktion. Auch wenn man methodisch durch die Räume des Museums geht, wird man an beinahe jeder Stelle von Gegensätzen überrascht. Zugleich findet im Lehmbruck Museum kaum eine Inszenierung der großartigen Werke statt, vor allem in der großen Glashalle scheinen die 1954 bis 1970 entstandenen Skulpturen wie zufällig aufgestellt.Als Besucher wird man an jeder Ecke, in jedem Raum neu herausgefordert. Hier die schwere Leichtigkeit von Niki de Saint Phalles engelsgleicher Nana, die spielerisch eine Symbiose mit einem technischem Monster von Jean Tinguely eingeht, dort die anspruchsvolle Installation von Joseph Beuys. In den kleinen Studioausstellungen werden die plastischen Arbeiten ergänzt durch Malerei, Zeichnungen oder auch Fotografien, verschiedene Aspekte der Werke, wie der Schaffensprozess oder ein Fokus auf ein bestimmtes Detail lassen ein tieferen Eintauchen und ein besseres Verständnis der Idee des Künstlers zu. Von der klassischen Moderne bis zu Videokunst zeigt die Dauerausstellung im Lehmbruck Museum Werke von Alberto Giacometti bis Henri Moore, von Käthe Kollwitz bis Richard Serra, von Auguste Rodin bis Nam June Paik. Damit wird nicht bloß ein Querschnitt präsentiert, einige herausragende Beispiele gezeigt. Vielmehr ist das Lehmbruck Museum eines der wichtigsten Skulpturenmuseen weltweit. Und immer wieder Lehmbruck Publikumsmagnet sind aber stets die großen Sonderausstellungen, die oft gefällig sind, dabei niemals einem bestimmten reißerischen Trend folgen. So wurden 2004 mit den Popcars von Künstlern gestaltete Autos ausgestellt, 2005 waren mit Arbeiten der Künstlergruppe Die Brücke die "Meisterwerke des Expressionismus" der Blockbuster im Lehmbruck Museum. Natürlich steht im Ausstellungshaus inmitten des Kant Parks das Lebenswerk des in Duisburg-Meiderich geborenen Künstlers stets im Mittelpunkt, ob in den thematischen Räumen oder in den Sonderausstellungen zu immer wechselnden Themenbereichen oder unterschiedlichen Phasen oder Stilmitteln seines Schaffens. Dabei sind Arbeiten wie "Die Kniende" (1911), "Große Sinnende" (1913/14) und "Der Gestürzte" (1915/16) aber auch seine expressionistischen Zeichnungen die Highlights der Sammlung.Bei all der bedeutenden und manchmal schwierig zu verstehenden Kunst legt man im Lehmruck Museum sehr viel Wert auf die Kunstvermittlung. Sowohl über Führungen oder Vorträge der Museumspädagogik als auch im Kindermuseum mit phantasievollen Ausstellungen nicht nur für Kinder und deren Eltern und Großeltern wird das Sprechen über die Kunst angeregt, Kunst macht Spaß könnte hier das Motto lauten. Da kommen schon die ganz kleinen Besucher aus dem Kindergarten voll auf ihre Kosten – und vielleicht werden sie begeisterte Museumsbesucher von Morgen. Max Klinger: Von der herben Zartheit schöner Formen Die Retrospektive zu Max Klinger (1857-1920) zeigt den Maler, Graphiker und Bildhauer als einen der einflussreichsten Künstler seiner Zeit, dessen Vorstellung vom Gesamtkunstwerk auch in seiner bildkünstlerischen Beschäftigung mit Musik (Ludwig van Beethoven), Literatur und Philosophie (Friedrich Nietzsche) zum Ausdruck gelangt. Berühmt wurde Klinger zunächst durch seine symbolistischen und gesellschaftskritischen Radierzyklen, sodann durch polychrom gestaltete Bildwerke wie "Die Neue Salome" (1893), "Kassandra" (1894) und "Beethoven" (1902). Harry Graf Kessler erachtete 1894 den in Paris, Rom und Leipzig tätigen Künstler als "eines der größten lebenden Genies", dessen nachhaltiger Einfluss auf Giorgio De Chirico und den frühen Surrealismus, auf Käthe Kollwitz, Alfred Kubin und Max Beckmann mit Händen greifbar ist. Auch Wilhelm Lehmbruck stand vor allem im Düsseldorfer Frühwerk nachhaltig unter dem Einfluss Klingers. Die in dieser Ausstellung erstmals überhaupt realisierte Gegenüberstellung Klingers und Lehmbrucks mit ausgewählten Werken aus dem Bestand des Lehmbruck Museums veranschaulicht diese Berührung eindrucksvoll. 100 Jahre Lehmbrucks Kniende - Paris 1911 Die Anmut kniet in Duisburg - geschaffen 1911 in einem Pariser Atelier. Für ihren Schöpfer Wilhelm Lehmbruck wird die Kniende zu einem ganz persönlichen, kreativen Markpunkt. Auf die Kunst der Moderne wirkt sie wie ein Impuls, hat diese kühne Figur mit ihrer anmutigen, sonderbaren Haltung und ihrer bis dahin einzigartigen Gestik doch immensen Einfluss genommen auf Skulptur und Malerei der vergangenen 100 Jahre. 2011 nun feiert die Kniende Geburtstag, und das LehmbruckMuseum Duisburg widmet ihr aus diesem Anlass eine der aufwändigsten und umfangreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Hauses. In drei Sektionen verdeutlicht die Ausstellung zum 100. Geburtstag dieser weltberühmten Skulptur nicht nur ihre Motivgenese, sie lässt auch die Atmosphäre im Paris des frühen 20. Jahrhunderts wieder lebendig werden. Sie beleuchtet die Kulturszene eben jener Zeit, in der Wilhelm Lehmbruck in der französischen Metropole unter Künstlern und Intellektuellen gelebt, gearbeitet und ausgestellt hat - im Café du Dôme, dem Treffpunkt der Pariser Bohème, in seinem Hinterhofatelier an der Avenue du Maine oder in der legendären Salle 41 des Salon des Indépendants. Und sie widmet sich dem kulturellen Kontext dieser Zeit - der Musik, dem Theater, dem Tanz - und lädt die Besucher zu einer audiovisuellen Zeitreise in das Paris vor 100 Jahren ein. Ausstellungen: Hiltrud Lewe (Ausstellung im TURM) 24. September 2011 bis 22. Januar 2012 100 Jahre Lehmbrucks Kniende - Paris 1911 Leunora Salihu - JUNCTION Stiftung Wilhelm Lehmbruck MuseumZentrum Internationaler Skulptur
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Es ist hell im Wilhelm Lehmbruck Museum, in den weiten Räume hallen die Schritte der Besucher, hier und da verrenkt sich ein Kunstbetrachter um eine neue Sicht auf Picassos Stier im Kleinformat zu bekommen. Hier eine Terrakottaplastik, dort ein Arps spiegelglatter Torso in absoluter Abstraktion. Auch wenn man methodisch durch die Räume des Museums geht, wird man an beinahe jeder Stelle von Gegensätzen überrascht. Zugleich findet im Lehmbruck Museum kaum eine Inszenierung der großartigen Werke statt, vor allem in der großen Glashalle scheinen die 1954 bis 1970 entstandenen Skulpturen wie zufällig aufgestellt.
Publikumsmagnet sind aber stets die großen Sonderausstellungen, die oft gefällig sind, dabei niemals einem bestimmten reißerischen Trend folgen. So wurden 2004 mit den Popcars von Künstlern gestaltete Autos ausgestellt, 2005 waren mit Arbeiten der Künstlergruppe Die Brücke die "Meisterwerke des Expressionismus" der Blockbuster im Lehmbruck Museum. Natürlich steht im Ausstellungshaus inmitten des Kant Parks das Lebenswerk des in Duisburg-Meiderich geborenen Künstlers stets im Mittelpunkt, ob in den thematischen Räumen oder in den Sonderausstellungen zu immer wechselnden Themenbereichen oder unterschiedlichen Phasen oder Stilmitteln seines Schaffens. Dabei sind Arbeiten wie "Die Kniende" (1911), "Große Sinnende" (1913/14) und "Der Gestürzte" (1915/16) aber auch seine expressionistischen Zeichnungen die Highlights der Sammlung.
Die Anmut kniet in Duisburg - geschaffen 1911 in einem Pariser Atelier. Für ihren Schöpfer Wilhelm Lehmbruck wird die Kniende zu einem ganz persönlichen, kreativen Markpunkt. Auf die Kunst der Moderne wirkt sie wie ein Impuls, hat diese kühne Figur mit ihrer anmutigen, sonderbaren Haltung und ihrer bis dahin einzigartigen Gestik doch immensen Einfluss genommen auf Skulptur und Malerei der vergangenen 100 Jahre. 2011 nun feiert die Kniende Geburtstag, und das LehmbruckMuseum Duisburg widmet ihr aus diesem Anlass eine der aufwändigsten und umfangreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Hauses.