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UNTER DEN TRIBÜNEN IN DORTMUND

(K)Eine Party für alle?

Der wilde Stilmix und die Location, immerhin das Stadion des deutschen Meisters, ließen am 9. Juli die Besucher und Tanzwilligen nach Dortmund strömen. Doch: House, Metal, Funk & Co. lockten Hinz und Kunz, Alt und Jung, Kind und Kegel.
 
Partyalaaarm pur gab es auf 8 Floors. Keine Ahnung was wir von diesem Großevent erwartet hatten. Zum einen meiden wir solche Massenveranstaltungen zumeist, wegen Mainstreamgefahr. Andererseits vereinte "Unter den Tribünen" das Beste aus dem Dortmunder Nachtleben und so verließen wir am frühen Abend den lauschigen Biergarten und begaben uns ins Stadion. 10 Floors waren angekündigt, unter den Tribünen auf zwei Ebenen verteilt, viele Meter, später wohl Kilometer, waren zu laufen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Bei DJ Firestarter war schon früh was los, auch Metal Militia hatte die Kuttenfraktion mit rasantem Double-Bass-Sound von Anfang an fest im Griff. Auf dem Floor der Electronic Allstars zuckten neben einer Effektewand auch die Füße zum Tanze. Anders sah es vor Mitternacht beim Clash Of The Titans ganz auf der anderen Seite des Stadions aus. Auch bei Lefty und Martini im wunderbaren Clubraum 74 oder bei Thees Uhlmann und The Beat einen Raum weiter war nicht besonders viel los. So konnte man diese Location jenseits des erdrückenden Beton einmal in Ruhe begutachten und als absolutes Highlight erachten.

Alle Arme fliegen hoch: Rock The Bridge war eines von vielen Partyhighlighs bei Unter den Tribünen.Während wir mit dem offiziellen Programmheft in der Hand nach mehreren Rundgängen noch unsere mathematischen Fähigkeiten anzweifelten, ging uns irgendwann ein Licht auf: zwei Floors waren gestrichen worden. Zu gefährlich. Hä? Da hatte es ausgerechnet den Freestyle in den Kabinen mit Klaus Fiehe und die 80er Jahre Party des FZW getroffen. Und gefährlich erschienen uns schnell verschiedene bauliche Stolperfallen, spärlich bis gar nicht beleuchtete Treppen und Durchgänge. Und spätestens nach 24 Uhr wurde es voll, rappelvoll. Diejenigen, die beim Eurodance bei wundervollen Songs von den Vengaboys, Dr. Alban oder Oli P. abgingen und mitgrölten, bei Rock The Bridge ein paar Meter weiter die Köpfe und Hüften im Takt von Ministry (alle Achtung!), AC/DC oder Billy Talent schüttelten, hatten Glück, andere mussten hinter dem Eingang erst einmal eingequetscht und sichtlich genervt an einer provisorischen Absperrung ausharren, weil unter den Tribünen einfach nichts mehr ging.

Bei einer letzten Runde fassten wir uns ein Herz und schauten noch einmal bei DJ Firestarter vorbei: "Mädchenmusik" meinte der Musikkundige hierzu, in der funky 70er Bude lief immer noch nicht viel, nur der Schweiß, obwohl hier wie auch bei Thees Uhlmann, der "Baggy Trousers" von Madness und andere Perlen auflegte, der aus unserer Sicht beste Sound der Nacht gespielt wurde.

Nach ein paar Stunden bei "Unter den Tribünen" wussten wir wieder, warum wir Großevent zumeist meiden: Zu viele Menschen auf zu engem Raum, Junggesellenabschiede mit fürchterlichen Outfits, Jugendliche mit zu viel Alkohol im Blut, lange Wartezeiten an den Toiletten, Musik, die außer uns niemanden zu interessieren scheint. Hier und da hatten wir richtig Spaß. Doch weniger mit als über die Party. Aber wir wissen jetzt, Dortmund rockt, wenn man die Partys in ihren Clubs wie dem Silent Sinners oder dem Cosmotopia in seinem Exil besucht.
 

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