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BOCHUM TOTAL 2009

Festival findet zu seiner bewährten Form.

Nach dem Regen kamen Reggae und schönster Sonnenschein zu Bochum Total und damit die Besuchermassen. Es wurde gerockt, gelesen, ausgelassen gefeiert. Highlights am Samstag: Jupiter Jones, La Papa Verde und der Swingpalast.

Sunshine Reggae in Bochum mit Nyabingha.Die Klamotten sind getrocknet, die Samstagseinkäufe erledigt, die Laune steht auf Open Air! Als um 17 Uhr die ersten Bands die Bühnen betraten, bot sich das bewährte Bild: junge Besucher hüpfen durch die Stadt, die erwachsenen, und außerdem sehr viel ältere Gäste, schlendern durch das Bermudadreieck, an jeder Ecke machen Junggesellenabschiede Rambazamba mit Dildos oder im Hasenkostüm. Nach wie vor ist das Wetter Top-Thema Nr. 1 bei Bochum Total, denn jeder hat eine Geschichte entweder zu der Unwetter bedingten Festivalunterbrechung vom Vortag oder vom voll gelaufenen Keller oder gesperrten Autobahnen und umgeknickten Bäumen irgendwo im Ruhrgebiet. Und: Mit der Sonnenbrille stöhnt man über die Hitze. Nicht so Dirk "Olly" Oltersdorf, der bei seiner Lesung auf der Wort- schatzbühne seine Körperfülle mit Situations- komik verknüpfte und von schrägen Shopping- und Pisten-Vorkommnissen im Skiurlaub berichtete. Im Publikum: Comedian Hennes Bender, der etwas abseits des Publikums ein kleines Plätzchen im Schatten gefunden hatte. Auch eher gediegen ist die Stimmung beim Auftritt von Finkenauer auf der WAZ-Bühne. Mit seinen wunderbar poetisch-melancholischen Songs sorgt der Liedermacher hier für ein solides Warm-Up für den Festivalsamstag. Mächtig rockig dagegen gehen die Jungs von Auletta auf der 1Live-Bühne steil und mit ihnen die Teeniegirls und -boys, die sich schon früh im dichten Gedrängel ihren Platz erkämpft haben. Auch The Rising Rocket, adrett gekleidet, aber nicht zu unterschätzen, erhöhen die Schlagzahl mit jedem Akkord, vor der Heinz-Bühne wird wild getanzt, gesprungen, gerockt bis die Schwarte kracht. Sehr viel entspannter gefeiert wird zeitgleich auf dem Südring zum coolen Reggae-und Ska-Sound von Nyabinghia aus Jamaika – nein, Rostock. Da tanzten die Besucher lässig und wippend mit – und fand sich der größte und bunteste Irokese des ganzen Festivals.

 

Bunt, bunter, Bochum Total: Jung und Alt tummeln sich im Bermudadreieck.Da am Tag 3 des Supermegalivewochenendes die Flucht vor den Wolkenbrüchen nicht zum Tagesprogramm gehört, hat man als Besucher endlich einmal Zeit für das Festival übliche Rahmenprogramm: bei Dönninghaus stundenlang in der Schlange stehen, noch länger in den Plattenkisten und an den Klamottenständen auf der Viktoriastraße stöbern, mit Freunden einfach mal am Bierstand stehen und gucken. Doch: Weil bei Bochum Total ein Programmpunkt den nächsten jagt, macht man sich schnell wieder auf den Weg zu einer der Bühnen – und das ist bei dem Andrang im Bermudadreieck gar nicht so einfach. Am Südring ist weiterhin alles fest in Reggae-Hand, die 1Live-Bühne steht im Zeichen des gepflegten Gitarrenbretts und Jupiter Jones aus der Eifel sind typische Vertreter der straighten, vom Indie-Rock inspirierten, Machart. Wie Jupiter Jones sind auch die dürren und düsteren Briten von LostAlone Bochum Total-Profis und mit ihrem Brit-Rock verwandeln sie den Platz vor der Heinz-Bühne in eine brechend volle und wilde Tanzfläche. Kontrastprogramm am Zipfel des Dreiecks, wo die Schweizer Mañana Musik fürs Herz und das sommerliche Gemüt spielten. Hier Musikgut, dort Wortkultur: Hartmuts Freund und Mitbewohner Oliver Uschmann steht in den Startlöchern zur Lesung aus seinem aktuellen Buch "Murp" und vor der Bühne macht man es sich schön gemütlich. Doch irgendwie ist der Wurm drin, denn wie Uschmann das Mikro dreht und wendet oder dann auch Dieter Thomas Heck-mäßig hält, fiese Rückkoppelungen wollen hier dem Besucher ein Loch ins Trommelfell reißen.

 

Kontrastprogramm bei Bochum Total: Swing auf der einen, Gitarrenrock mit Crowdsurfing auf der anderen Bühne.Zur absoluten Primetime von Bochum Total 2009, der besten Sendezeit quasi, hat man dann die Wahl zwischen der Sicherung eines guten Platzes am besten Bierstand oder der Lieblingskneipe oder man drängelt und quetscht sich vor einer der vier Bühnen mit tausenden anderen Festivalbesuchern: nichts geht mehr um viertel vor neun! Und wieder ist für jeden Geschmack der passende Sound dabei: Reggae von La Papa Verde, die Fans aus dem ganzen Lande anziehen, Gitarrensound von Fire In The Attic für die jüngeren Bochum Total-Freunde und Ohrwürmer aus den goldenen 20er Jahren ziemlich authentisch präsentiert im Rahmen des Swingpalast: verschiedene Tanzformationen schwingen da in wunderbaren Outfits das Tanzbein zum Charlston, Foxtrott, Jive, Jitterburg, Lindy Hop. Und: es gab klassische Swing-Songs in bester Robbie Williams-Manier.  

 

Die gute Stimmung des Nachmittags trägt Besucher, Bands, Helfer, Security-Schränke, Presseleuten und Veranstalter bis in den späten Abend – auch wenn alle nach den ersten beiden stürmischen Tagen schon sehr müde sind. "Ich will nur noch ins Bett", erklärt Cheforganisator Daniel Büxenstein gähnend. Verständlich: Denn am Sonntag, zum großen und nicht minder wilden Finale von Bochum Total, müssen alle wieder fit sein.

 

Das Finale: Bochum Total am Sonntag ... 

 

Hier geht's zum "Hamma"-Freitag bei Bochum Total 2009 ...

 

So war der Donnerstag bei Bochum Total 2009 ...


Bilder von Bochum Total gibt es in unserer Fotogalerie ...  

 

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