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SKIHALLE BOTTROP

Der kühlste Ort im Ruhrgebiet.

Kalte Luft schlägt einem ins Gesicht. Eine Gruppe Snowboarder hat es sich im Schnee bequem gemacht, die Teilnehmer der Skischule bereiten sich auf die erste Abfahrt vor, eine Gruppe junger Frauen zieht es zum Après Ski.

Freizeitpark im Schnee: Skihalle BottropWas sich anhört wie eine typische Szene aus dem klassischen Winterurlaub in den Bergen findet mitten im Ruhrgebiet statt. Bevor es auf die Piste in der längsten Skihalle der Welt geht, muss der Ausflügler und Wintersportfan einiges Organisieren. Vor allem am Wochenende und in den Ferien wird es hier rappelvoll. Nicht nur das halbe Ruhrgebiet, mehr noch hatten die Nachbarn aus den Niederlanden ebenfalls Lust auf einen Tag im Schnee. Das zeigt sich sowohl auf den Parkplätzen und an der Kasse als auch beim Materialverleih, in der Gemeinschaftsumkleide – Remmidemmi findet im alpincenter Bottrop nicht erst beim Après Ski statt. Bei unserem Besuch waren wir überrascht, wer hierher gekommen ist: Familien mit Kindern, kleine aber mehr noch größere Freundes-, Bekannten- oder Firmengruppen verschiedenen Alters, mit dem neuesten Material und den hippsten Klamotten ausgestattete Cracks, Fans von Saalbach-Hinterglemm, die vor und während der feucht-fröhlichen Party ab dem frühen Nachmittag ein paar Abfahrten in Kauf nehmen.

Und für sie alle heißt es vor dem Betreten der eigentlichen Skihalle: Handschuhe an, Mütze auf, denn von den normal temperierten Räumen der Bergstation in die kalte Winterzone ist es nur ein Schritt. Im oberen Bereich der Skihalle befindet sich der Anfängerhügel mit einem angenehmen Gefälle für die ersten Gehversuche auf dem Kunstschnee. Über einen typischen Schlepplift gelangt man bis zum Kopf der Halle, wer hier Schwierigkeiten hat, trägt seine Ski oder sein Snowboard kurzerhand zu Fuß den Hügel hinauf. Den oberen Teil nutzen allerdings die über das lange Laufband wieder hier ankommende Profis und rasanteren Fahrer um Schwung für die vollständige Abfahrt zu holen.

Die lange aber nur wenige Minuten dauernde Abfahrt ist für Indoorverhältnisse rasant, bis man unten angekommen ist hat man drei Kurven und einige stark vereiste Stellen absolviert. Dann: Wie im richtigen Skiurlaub heißt es Schlange stehen und warten! Über zwei Industrierollbänder, die dem Wintersportler ein wenig Geschick und vor allem Standfestigkeit abverlangen, gelangt man wieder nach oben und das Wintersportvergnügen kann weiter gehen.

Zwergl-Kurs für Kinder
Biergarten mit AussichtFamilien mit Kindern zählen zu einer der Zielgruppen der Skihalle. Die kleinen Pistenfans können im Zwergerl-Kurs das Skifahren lernen und auch hier beginnt der Spaß schon vor dem Betreten der Halle selbst. Skilehrerin Alexa kommt es darauf an, dass sich die Vier- bis Sechsjährigen möglichst schnell an die klobigen Schuhe gewöhnen. Also beginnt der Skikurs erstmal mit Fangen spielen im Schnee. Der fünfjährige Leon erzählt: "Das war sehr lustig, weil alle irgendwann durcheinander gepurzelt sind. Aber wir waren ja im weichen Schnee." Kurz danach geht es dann endlich auf die Bretter. Und keine halbe Stunde später schafften es die Anfänger schon zehn Meter zu fahren, ohne umzufallen.

"Ich bin unheimlich stolz auf meine Tochter", freut sich Vater Michael aus Castrop. "Wie schnell Leon hier das Ski laufen gelernt hat, ist einfach verblüffend." Strahlend reckt der kleine Pistenfan zum Beweis seine Urkunde in die Höhe. "Die ersten Skitage laufen im Urlaub viel lockerer ab, wenn die Kinder schon mal auf Skiern gestanden haben", weiß der Familienvater. "Wir wollten uns einfach den Stress mit der Eingewöhnung an die dicken Schuhe und die Bretter ersparen."

Der Zwergerlskikurs beginnt jeden zweiten Montagnachmittag für Vorschulkinder. Eine Kursreihe findet an zwei Nachmittagen statt und dauert jeweils zwei Stunden inklusive einer kleinen betreuten Lernpause. Die Kursgebühr beträgt 45,- € inklusive Skimaterial, die Pistennutzung, Skibekleidung (ab Größe 116) und die Skilehrer. Anmeldungen unter Tel: 02041 7095167.

Das sagen die Besucher

Ski- und Snowboardfahren sind Trendsport, das All-Inclusive-Angebot, Après Ski-Partys und verschiedene Events sorgen dafür, dass hier verschiedene oft gegensätzliche Ansprüche an die Skihalle aufeinander prallen. Und so gibt es in diversen Online-Foren und natürlich direkt vor Ort die unterschiedlichsten Meinungen. Am Eingang trafen wir eine aus Unna angereiste Familie, die bereits zwei Stunden an der Kasse anstand. Tochter Lisa quengelte, Vater Frank versuchte die Stimmung aufzuheitern: "Wir waren im letzten Jahr schon einmal hier, da hat es uns gut gefallen. Für Kinder ist die Warterei natürlich nicht so schön. Aber gleich auf der Piste ist dann alles wieder in Ordnung."

Ein oftmals angeführter Kritikpunkt bezieht sich auf die Umkleide, wo man bei großem Andrang keine Privatsphäre erwarten darf – auch wir fanden es nicht unbedingt prickelnd, uns dicht an dicht mit wildfremden Menschen umziehen zu müssen. Tina und Sabine aus Haltern sind hier Profis: "Wir haben vorgesorgt und lange Skiunterwäsche drunter angezogen. So kann uns keiner was weggucken", lachen die Freundinnen, die in der Skihalle Bottrop regelmäßig auf die Piste gehen.

Auch das Förderband gibt häufig Anlass für Unmut, Skifahrer Heinz aus Wuppertal meckert: "Da sind wieder so ein paar angetrunkene Idioten, die dann auf dem Laufband nicht mehr stehen können und hier den ganzen Verkehr aufhalten. Da muss man doch drauf achten, das ist ja auch auf der Piste gefährlich, wenn die da rumeiern und auf nichts achten."

Gastronomie hoch über dem Ruhrgebiet

Sport macht hungrig und durstig, im alpincenter Bottrop gibt es ein umfangreiches Gastronomieangebot mit einfachem Selbstbedienungsrestaurant, Biergarten mit einmaligen Blick auf den Tetraeder und das Ruhrgebiet, der rustikalen Kneipe Hasenstall, wo geraucht werden darf und schon vor der Mittagszeit zu alpiner Partymusik Bier und Schnaps in Strömen fließen. Auf der Großglockner Alm geht es immer am Wochenende hoch her. Das alpenländische Flair sorgt für Après Ski-Stimmung bis in die frühen Morgenstunden. Hier werden die Feste gefeiert wie sie fallen: ob Oktoberfest oder Silvesterparty.

 

Also: Das Angebot im 2001 erbauten alpincenter wird seit 2004 ständig erweitert. Mit dem Hochseilklettergarten, der im letzten Jahr eröffneten Sommerrodelbahn und dem neuen Windtunnel hat sich das alpincenter Bottrop zu einem abwechslungsreichen Freizeitpark hoch über dem Ruhrgebiet entwickelt.

Insgesamt kann ein Tag in der Skihalle nicht mit einem Tag in der echten Bergwelt verglichen werden, da fehlt es einfach am blauen Himmel, der guten Bergluft und der Aussicht auf ein schneebedecktes Alpenpanorama.

 

alpincenter Bottrop

Prosperstraße 299-301
46238 Bottrop
Tel: 02041 7095-0

Öffnungzeiten:
täglich 9:30-24 Uhr, letzter Einlass So-So 21:30 Uhr, Fr-Sa 22:30 Uhr

Anfahrt mit dem PKW
Über die A2 Ausfahrt Gladbeck/Essen. Halten Sie sich rechts, Richtung Essen. Der B224 Richtung Essen ca. 3 km folgen und an der großen Kreuzung rechts auf die Prosperstraße abbiegen. Nach ca. 2 km liegt der alpincenter Parkplatz auf der rechten Seite.

Über die A42 Ausfahrt Autobahnkreuz Essen Nord. Folgen Sie der B224 rechts in Richtung Gladbeck und biegen Sie nach ca. 700 m an der großen Kreuzung nach links auf die Prosperstraße ab. Nach ca. 2 km liegt der alpincenter Parkplatz auf der rechten Seite.

Parken: An der Talstation ist das Parken kostenlos ebenso wie die Auffahrt zur Bergstation zum Be- und Entladen und der Besuch des Sportshops sowie des Reisebüros. Man kann auch auf dem Parkplatz der Bergstation parken (kostenpflichtig im Winter).

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