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DANGERBOY IM GOLD CLUB

Dead Kennedys treffen Nirvana

Sie firmieren unter dem musikalischen Oberbegriff Pop. Was Dangerboy beim Konzert  am 22. Oktober im Essener Gold Club boten war aber eine Mischung aus 80er Punk und 90er Grunge. Arg gefährlich: die psychedelische Orgel à la The Doors.
 

'Du bist dein eigener Jesus': Dangerboy rockten im Essener Gold Club.Für "nur" einen Donnerstag war der Rütten- scheider Gold Club gut gefüllt. Szenemädchen wie Kapuzenstudis sowie gestandene Clubkonzertveteranen hatten den Weg in die rote Höhle im Giradethaus gefunden und ließen vor dem Auftritt von Dangerboy ein minimales Harmonikagewitter vom Macher des Ladens über sich ergehen. Dann fackelten Dangerboy nicht lange, die beiden Frontjungs Harpo Calypso am Bass und Zyklopenman (der Große) an der Gitarre sowie die schöne Philomena am Schlagzeug und Andreas an den Tasten, gaben ab dem ersten Akkord mächtig Gas. Und machten ihrem Namen alle Ehre: Songs wie "Alles muss raus", "Weißes Rauschen", der erste Anti-Obama-Song und "Du bist dein eigener Jesus" spielten sie sich quer durch die Musikgeschichte. Da wummerte der Bass wie bei "Holiday in Cambodia", schrillte die Gitarre wie in Nirvanas "In Bloom", rockte der Beat wie im wunderbaren "Touch me I'm sick" von Mudhoney. Und über allem irritierte die Doors-Orgel. Von Belanglosigkeiten des Alltags handeln die Texte von Dangerboy, aber auch kritische Seitenhiebe beispielsweise untermalt von wildem Affengeschrei und der Textzeile "auf offener Straße in der Mitte von Berlin" oder der Knaller "Alles muss raus" - an diesem Abend geradezu passend, angesichts des just an diesem Tag eröffneten Shoppingtempels Limbecker Platz - gab auf die Ohren des begeistert mitwippenden Publikums.

 

Insgesamt rockten Dangerboy mit Postpunk'n'Roll, Noiserock und Doom-Swing sowie 80er Versatzstücken mit deutschen, um Dada, Krawall und Science Fiction kreisenden Texten, dass die Schwarte krachte. Ziemlich gefährlich, was Dangerboy, die neuen Superhelden aus Essen, da ablieferten. Und sie können es sich leisten, mächtig auf den Putz zu hauen, schließlich sind sie dem Teeniealter längst entwachsen und trauen sich dafür eine ganze Menge. Man hört der Neue in der Band habe ein Faible für Schlager der 50er und 60er Jahre – davon war beim Konzert allerdings wenig zu hören, denn das Tasteninstrument sorgte dafür, dass in den letzten Reihen zum Depeche Mode-Cover "Personal Jesus" fast tanzten. Mit deutschen Texten beinahe eins zu eins übersetzt, prägte sich der Song wieder einmal wie ein dadaistisches Brett in die Gehörgänge. Noch ein Bier bitte.

 

www.myspace.com/dangerboymusik

 

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