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RUHR MUSEUM

Die Geschichte des Reviers beginnt heute.

Geschichte, Naturkunde, Archäologie und Fotografie unter einem Dach, in einem Museum, in dem Museum für das Ruhrgebiet und seine Gäste. In der einmaligen Kohlenwäsche auf Zollverein geht es vom Mythos Ruhr bis tief in die Vergangenheit.

Durch das Treppenhaus des Ruhr Museums fließt (beinahe) noch der Stahl.Man sollte sich viel Zeit nehmen, mindestens einen halben Tag. Denn es gibt es wirklich sehr viel Spannendes, Modernes und Historisches zu entdecken. Zumal das Museum selbst, die ehemalige Kohlenwäsche der Zeche Zollverein, mit seinem restaurierten Industriecharme, den erhaltenen riesigen Maschinen und langen Raumfluchten ein Highlight ist. Zunächst geht es über die 58 Meter Rolltreppe hinauf zum Besucherzentrum. Wenn es heißt, das Ruhr Museum präsentiere eine "Region in allen Schichten" bezieht sich das auch auf die verschiedenen Ebenen des Gebäudes selbst. Von der 24-Meter-Ebene aus gelangt man zu den drei Ebenen "Gegenwart", "Gedächtnis" und "Geschichte" über das dunkle und glühende Treppenhaus, in dem der Stahl noch zu fließen scheint.

Weil das Ruhrgebiet für auswärtige Besucher eine "erklärungsbedürftige Region" darstellt, beginnt der Rundgang durch das Ruhr Museum in der Gegenwart. Fotografien von Industriekultur, den Menschen in den Siedlungen, den Orten der Arbeit, Kultur, Bildung und des Sports, die Landschaften etc. zeigen das moderne Revier. Wasser und Abwasser von Ruhr und Emscher wird in Einmachgläsern präsentiert. Unter modernen, von der Decke herab hängenden Lautsprechern, hört man typische Geräusche aus dem Ruhrgebiet wie das Gurren von Tauben oder den Glockenschlag eines Förderkorbs. Hier geht es natürlich auch um Fußball und um Schimanski. Schließlich kommen in den "Zeitzeichen" die Menschen des Ruhrgebietes zu Wort, die von den Erfahrungen mit ihrer Region erzählen. Daneben berichten naturgeschichtliche Zeugen von der Entstehung der Erdzeitalter und ihrer Spuren in der Gegenwart.

Die Geschichte des Ruhrgebiets beginnt im Ruhr Museum heute.Wieder durch das spacige Treppenhaus, gelangt man in den ehemaligen Kohlebunker. Auf der 12-Meter-Ebene befindet sich das kulturelle Gedächtnis der Region. Sie erzählt von den langen vormodernen Traditionen vor der Industrialisierung. Und sie zeigt die über- regionalen Sammlungen des Museums als Speicher des kulturellen Gedächtnisses. Der Parcour beginnt mit dem Verweis auf die Früh- geschichte des Ruhrgebiets: Die "Vogelheimer Klinge" ist ein 220.000 Jahre alter Artefakt aus Feuerstein, der beim Bau des Rhein-Herne-Kanals im Jahr 1926 gefunden wurde, ist das älteste Zeugnis menschlicher Zivilisation im Essener Siedlungsgebiet. Naturkundliche Exponate von der Altsteinzeit bis zur Industrialisierung lassen hier das Herz jedes Geschichtsfreundes höher schlagen.

Die letzte Ebene auf 6 Meter-Höhe ist der Geschichte des Ruhrgebiets im Industriezeitalter vorbehalten. Hier wird das Drama der Industrialisierung in fünf Akten erzählt, von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis zum gegen- wärtigen Strukturwandel und der Kulturhaupt- stadt. Das Ganze ist eingebettet in einen Prolog über die Entstehung der Kohle im Erdzeitalter des Karbons und einen Epilog, in dem Bilanz gezogen und einen Blick in die Zukunft geworfen wird. Es gibt ebenso eine überlebensgroße Statue des Unternehmerpioniers Krupp wie auch eine Batterie Grubenlampen. Beim Anblick der bergbautypischen Revierdevotionalien hört man von älteren Ruhrstädtern hin und wieder den Satz "Hammwa noch im Keller". Wer nun frische Luft braucht, sollte mit dem Fahrstuhl auf das Dach des Ruhr Museums fahren und den tollen Ausblick auf sich wirken lassen und das Gesehene sacken lassen.

Früher Ruhrlandmuseum, heute Museumsspektakel
Zeichen der Zeit: Das Ruhr Museum führt durch die Gegenwart, das Gedächtnis und die Geschichte des Ruhrgebiets.Das Ruhr Museum geht zurück auf das 1904 gegründete Ruhrlandmuseum der Stadt Essen, eines der ältesten und traditionsreichsten Museen des Ruhrgebietes. Bis 2007 war es zusammen mit dem Museum Folkwang an der Goethestraße untergebracht, bis es dem in Kürze eröffneten Neubau des Museums Folkwang weichen musste und auf Zollverein einen neuen, größeren und spektakulären Standort gefunden hat.

Die neue Dauerausstellung des Ruhr Museums zeigt über 5.000 Exponate aus allen Sammlungsbereichen des Museums. Hinzu kommen ca. 1.000 Leihgaben von über 400 Leihgebern, darunter alle wichtigen Museen und Archive des Ruhrgebietes. Unter den Leihgaben, die entweder Dauerleihgaben sind oder in regelmäßigen Abständen durch andere zugesagte Leihgaben ersetzt werden, befinden sich bedeutende Exponate wie das Karolingische Evangeliar und der liturgische Kamm des hl. Altfrid aus dem Essener Domschatz, die lebensgroße Statue des Bischofs Engelbert aus dem Märkischen Museum Witten, die Schädelkalotte des "ältesten Westfalen" aus der Hagener Blätterhöhle, der Kelch des hl. Ludger aus der Schatzkammer Essen-Werden, der Renaissance-Türsturz aus Schloss Horst in Gelsenkirchen, das Bildnis der Maria Lactans von Konrad von Soest aus dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund, der berühmte Pokal der Dortmunder Hanse-Familie Berswordt, archäologische Funde aus der Zeit der Varusschlacht aus Haltern und Xanten und der berühmte Atlas Minor des Duisburger Kartographen Gerhard Mercator.
 
Wir finden: Das Ruhr Museum ist räumlich wie inhaltlich ein Koloss, der Spaß macht. Vor allem die verschiedenen interaktiven Stationen fordern den Besucher zum Entdecken heraus. Bestimmt reicht ein Besuch nicht aus, das gesamte Museum zu erfassen. Unser Tipp: Unbedingt mal in der Woche hin gehen und in Ruhe gucken.
 

Ruhr Museum
Zollverein A 14 (Schacht XII, Kohlenwäsche)
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
Tel.: 0201 8845200

Öffnungszeiten:
täglich 10-19 Uhr

Eintritt:
6,- EUR, ermäßigt 4,- EUR
5,- EUR pro Person in Gruppen
2,- EUR für Kinder, Jugendliche und Schüler bis 17 Jahre
12,- EUR Familien-Karte

Öffentliche Führungen täglich um 11:30 Uhr und 15:30 Uhr.
Kosten: 3,- EUR pro Person zzgl. Ausstellungseintritt
 
 
 

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