
Die höchste Erhebung Castrop-Rauxels misst gerade einmal 25 Meter über dem Erdniveau und ist durch seine breiten Wege durch das kleine Wäldchen beliebt vor allem bei Hundeausführern und Familien mit kleinen Kindern. Viele Spaziergänger trifft man hier allerdings nicht an, die tummeln sich lieber auf den Vorzeigehalden in Herten, Gelsenkirchen oder Essen. So läuft man an einem schönen Sonnentag und sogar am Wochenende bisweilen ganz alleine hinauf zur kleinen Landmarke mit dem kleinen Fehler. Von der Bodelschwingher Straße aus gelangt man innerhalb von ein paar Minuten zu einer der vier Zugänge, die zusammen als Geo-Kreuz aus der bewaldeten Landschaft auf das Plateau der Bergehalde führt. Und auch hier zeigt sich, dass diese Halde eher klein ist: Der Aufstieg beispielsweise über die westliche Treppe verlangt dem Spaziergänger keine Anstrengung ab, allerdings können die in den Boden eingelassenen Eisenbahnschienen bei nassem Wetter rutschig werden.
Oben angekommen ragen die 24 glänzenden Stahl-Stelen der Sonnenuhr in den Himmel. Der Castrop-Rauxeler Bildhauer Jan Bormann, der diese Landmarke 1993 realisierte, sorgte übrigens dafür, dass hier Mecklenburg-Vorpommern-Zeit, genauer gesagt Görlitz-Zeit, herrscht. Egal, denn oben auf der Halde mit dem Ausblick über Castrop-Rauxel inklusive Hammerkopfturm des ehemaligen Schachtes Erin 3 bis Bochum, Dortmund und Herten – hier ist das imposante Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward zu sehen – scheint die Zeit eh stehen geblieben. Zur geographischen Orientierung sind an allen vier Seiten der Halde Infotafeln mit den Positionen und Entfernungen der wichtigsten Landmarken im Ruhrgebiet angebracht. Allerdings werden einige Sichtachsen von Baumreihen versperrt.
Zum Abstieg nahmen wir die nördliche Treppe aus Eisenbahnschwellen. Neugierig und mit der Gewissheit, dass das doch noch nicht alles gewesen sein konnte, machten wir uns auf den Rundweg um die Halde. Und wir wurden fündig: Im Nordosten erstreckt sich die Halde Schwerin etwas langgestreckter und mit einigen abseitigen Wegen. Hier fanden wir dann beispielsweise die so genannten Fruchthecken, die Sinuspergola von Klaus Corzilius und den wunderbaren kleinen Wassertempel von Peter Strege – dieses kleine Bauwerk erinnert daran, dass die Halde Schwerin im Quellgebiet des Deininghauser Baches liegt.
Wir finden: Klein aber fein. Wenn man einmal in der Nähe ist, lohnt sich ein Spaziergang allemal.
Halde Schwerin
Bodelschwingher Straße
44577 Castrop-Rauxel
Anfahrt mit dem PKW
A 42/A 45 Ausfahrt Dortmund-Bodelschwingh oder A 42 Ausfahrt Castrop-Rauxel und der L657 sowie der Beschilderung "Route der Industriekultur" nach Süden folgen. Nach rund 2 Kilometern in die Bodelschwingher Straße abbiegen. Hinter der Rechtskurve befindet sich nach etwa 150 Metern der Haldenzugang, am Straßenrand gibt es Parkmöglichkeiten.