| BERGBAU- & GESCHICHTSMUSEUM |
Fast unter Tage in Oer-Erkenschwick.Dunkel, staubig, laut: Im ehemaligen Lehrstollen Am Ziegeleitor ist es wie unter Tage – ohne dass man unter die Erde muss. Auch im Heimatmuseum gibt es Reviergeschichte zum Anfassen. Ganz still wird es im Lehrbergwerk beim Ja-Wort. Symbolhaftigkeit ist Trumpf: Der Weg zum kleinen aber feinen Bergbau- & Geschichts- museum in Oer-Erkenschwick ist gesäumt von der reviertypisch schwarzen Lore mit einem großen "Glück Auf", einem großen Panorama aus der längst vergangenen Zeit des Bergbaus und dem großen Förderrad des Förderturms der ehemaligen Schachtanlage Ewald Fortsetzung. Insgesamt sind hier von drei Schächten lediglich noch der Schacht 3 mit seinem Fördergerüst erhalten wie auch die 65 Hektar Halde, die Maschinenhalle, das Verwaltungsgebäude, das Gesundheitshaus, die Zechenschmiede, das alte Magazin und eben der ehemalige Lehrstollen. Bis 2001, als die Zeche längst geschlossen war, lernten in dem 200 Meter langen Kuppelbau die letzten 70 Auszubildenden ihre Berufe wie Bergmechaniker. Eröffnet wurde das Bergbau- & Geschichts- museum im August 2001. Bislang ist es im Ruhrgebiet noch eher ein Geheimtipp, bei den Erkenschwickern ist es inzwischen ein beliebter Treffpunkt bei kleineren und größeren Veranstaltungen wie Frühlingsfest, Halden oder Weihnachtsmarkt. Bei Führungen durch den Lehrstollen lebt die vergangene Bergbaugeschichte des Ruhrgebiets mit funktionierenden Maschinen , dem langen Förderband sowie der authentischen Geräuschkulisse und den tollen Geschichten vom ehemaligen Reviersteiger. In einem angrenzenden Ausstellungsraum sieht der Besucher Erinnerungsstücke des Bergbaus und Kuriositäten. Richtig voll wird es im Lehrbergwerk immer dann, wenn sich Ruhrstädter dazu entschlossen haben, beinahe unter Tage zu heiraten – oder das kleine Standtesamt Oer-Erkenschwicks einfach nicht genügend Platz für eine große Gesellschaft bietet. Unter Getöse öffnet das Brautpaar dann die Tür des "Förderkorbs", nehmen im schummerigen Licht der Grubenlampe und umringt von den ehemaligen Steigern am massiven Holztisch gegenüber vom Standesbeamten Wilhelm Bulger Platz. Klar ist, dass die Trauung im Bergbau- & Geschichts- museum einige Worte zum Ort des Geschehens bedarf und Herr Bulger erweist sich zunächst als echter Kenner des Museums – und rührt mit seinen schön gewählten und sehr persönlichen Worten im Verlaufe der Zeremonie Brautpaar wie Gäste zu dem einen oder anderen Tränchen. Sind die Ringe dann getauscht, kann man direkt nebenan in der Revierbude zünftig feiern: Im vorderen Teil des ehemaligen Lehrbergwerks ist eine gemütliche Kneipe eingerichtet, die für Veranstaltungen und Partys gemietet werden kann.Weiter auf dem Gelände sieht man sich einer Installation zum Raum der Kaue gegenüber und gelangt in die kleinen Räume des Heimatmuseums mit einer vollständig eingerichteten Küche, einem Wohn- und einem Schlafzimmer im Stile der 50er Jahre. Da sorgen ebenso das alte Fernsehgerät für Staunen – vor allem die kleinen Besucher trauen ihren Augen nicht und suchen vergeblich nach der Fernbedienung – und die auf der Wäscheleine aufgehängte Leibwäsche des Bergmanns mit den dicken Püttsocken und der wunderbaren langen Unterhose in deutschem Feinripp entlocken den Erwachsenen ein Schmunzeln. Übrigens: Der Verein, der das Museum in Oer-Erkenschwick betreibt, ist immer auf der Suche nach originalen Stücken aus der "guten alten Zeit". Wir finden: Ein echte Stück Revierkultur, das man bei einer Führung erlebt haben sollte. Bilder vom Heiraten im Bergbaumuseum gibt es in unserer Fotogalerie. Museum für Bergbau und Geschichte Am Ziegeleitor 45739 Oer-Erkenschwick Tel.: 02368 53661 oder 02368 4696 Revierbude: 0174 1058309 Öffnungszeiten: Mi + Sa 10-13 Uhr und nach Vereinbarung Weitere Ausflugstipps im Ruhrgebiet:
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Symbolhaftigkeit ist Trumpf: Der Weg zum kleinen aber feinen Bergbau- & Geschichts- museum in Oer-Erkenschwick ist gesäumt von der reviertypisch schwarzen Lore mit einem großen "Glück Auf", einem großen Panorama aus der längst vergangenen Zeit des Bergbaus und dem großen Förderrad des Förderturms der ehemaligen Schachtanlage Ewald Fortsetzung. Insgesamt sind hier von drei Schächten lediglich noch der Schacht 3 mit seinem Fördergerüst erhalten wie auch die 65 Hektar Halde, die Maschinenhalle, das Verwaltungsgebäude, das Gesundheitshaus, die Zechenschmiede, das alte Magazin und eben der ehemalige Lehrstollen. Bis 2001, als die Zeche längst geschlossen war, lernten in dem 200 Meter langen Kuppelbau die letzten 70 Auszubildenden ihre Berufe wie Bergmechaniker.
Richtig voll wird es im Lehrbergwerk immer dann, wenn sich Ruhrstädter dazu entschlossen haben, beinahe unter Tage zu heiraten – oder das kleine Standtesamt Oer-Erkenschwicks einfach nicht genügend Platz für eine große Gesellschaft bietet. Unter Getöse öffnet das Brautpaar dann die Tür des "Förderkorbs", nehmen im schummerigen Licht der Grubenlampe und umringt von den ehemaligen Steigern am massiven Holztisch gegenüber vom Standesbeamten Wilhelm Bulger Platz. Klar ist, dass die Trauung im Bergbau- & Geschichts- museum einige Worte zum Ort des Geschehens bedarf und Herr Bulger erweist sich zunächst als echter Kenner des Museums – und rührt mit seinen schön gewählten und sehr persönlichen Worten im Verlaufe der Zeremonie Brautpaar wie Gäste zu dem einen oder anderen Tränchen. Sind die Ringe dann getauscht, kann man direkt nebenan in der Revierbude zünftig feiern: Im vorderen Teil des ehemaligen Lehrbergwerks ist eine gemütliche Kneipe eingerichtet, die für Veranstaltungen und Partys gemietet werden kann.