| WESTFALENPARK |
Über Wiesen und Klanginstallationen.Der Dortmunder Westfalenpark ist auch nach über 50 Jahren ein beliebtes Ausflusgziel für Städteflüchtlinge aus dem ganzen Ruhrgebiet. Mit den vielen Sehenswürdigkeiten, Events und Märkten ist rund um den Florian zu jeder Jahreszeit etwas los. Jetzt wird gesungen. ![]() Westfalenpark und Florian feierten Geburtstag Am 30. April 1959 begrüßte Dortmund den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss zur Eröffnung der Bundesgartenschau im pünktlich fertig gestellten neuen Westfalenpark. Die größte Attraktion im Park war damals der "Aussichts- und Fernmeldeturm", inoffiziell bald Florian genannt. Neben der Westfalenhalle wurde der Turm schnell zum Wahrzeichen Dortmunds. Beide markanten Bauwerke markieren zeitlich die erfolgreiche Wiederaufbauphase der Stadt nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Dabei sollte der Turm eigentlich gar nicht so "herausragend" werden. Nachdem Dortmund 1955 den Zuschlag für die Bundesgartenschau 1959 erhalten hatte, stand die gärtnerische Gestaltung des Geländes vor der Kulisse der Hörder Hochofenanlagen im Vordergrund. Erst 1957 gewann der Dortmunder Architekt Will Schwarz (1907-1992) einen Preis für seinen Entwurf eines Aussichtsturms mit rotierendem Restaurant in 65 Meter Höhe. Schwarz erfand diese aufsehenerregende Weltneuheit, weil gute Aussichtsplätze in Restaurants schnell besetzt sind. Ein drehendes Café hat nur attraktive Plätze, das Panaroma gleitet wie in einem Film vorbei. Zunächst gab es aber noch den Wunsch der Post nach einem 150 Meter hohen Sendemast an der B1, der unter anderem der Ausstrahlung des geplanten zweiten Fernsehprogramms dienen sollte. Da ein Gittermast das Stadtbild erheblich gestört hätte, einigten sich Stadt und Post schnell auf die Verbindung ihrer beiden Projekte. Bis zur Antennenspitze wurde der Florian nun 220 Meter hoch und damit zum damals höchsten deutschen Bauwerk. Das Restaurant rückte doppelt so hoch wie geplant auf 138 Meter über dem Boden. Bei guten Bedingungen können Gäste bis heute etwa 42 Kilometer weit über Dortmund und das Umland schauen. Am 22. Mai 1958 begannen endlich die Bauarbeiten. Für den Turmschaft aus Beton wählten die Ingenieure eine moderne Bautechnik, das so genannte Gleit-Schalsystem, das ohne Gerüst auskommt. Auch im Winter ging der Bau im 24-Stunden-Schichtbetrieb zügig voran, zum Teil unter dem Schutz eines erwärmten Zeltes. Pünktlich zur Eröffnung der Bundesgartenschau konnte Oberbürgermeister Dietrich Keuning nach nicht einmal einem Jahr Bauzeit verkünden: "Der Turm ist fertiggestellt, der Aufzug läuft, das Restaurant dreht sich!" Und so blieb es die nächsten Jahrzehnte. Probleme gab es erst in den 1990er Jahren. Das Restaurant begann nach seinen rund 500.000 Umdrehungen zu "rumpeln". Der Drehbetrieb musste eingestellt werden. Der Rat folgte den Wünschen vieler Dortmunderinnen und Dortmunder und gab grünes Licht für eine umfassende Sanierung, die auf Initiative von Alt-Oberbürgermeister Günter Samtlebe durch zahlreiche Spenden unterstützt wurde. Zum 40. Geburtstag im Jahr 1999 drehte sich das Café dann wieder - mit einem kleinen Unterschied: Um eine längere Lebensdauer zu sichern, ist die Fassade nicht mehr mit dem Drehkranz verbunden. Deshalb unterbricht nun ab und zu eine Fensterstrebe den Ausblick auf die Stadt. Seither waren nur noch kleinere Sanierungen erforderlich. Der Jubilar, der seinen Namen Florian vermutlich dem Schutzpatron der Gärtner verdankt, feiert seinen runden Geburtstag bei bester Gesundheit. Bootsverleih auf dem Buschmühlenteich Nach jahrelanger Pause wurde der Bootsverleih auf dem Buschmühlenteich vom Betreiber der Park- und Seilbahn wieder zum Leben erweckt. Der Gedanke, den Buschmühlenteich wiederzubeleben, wurde schon lange verfolgt und nach Sicherstellung und Verbesserung der Wasserqualität, dem Ausbau der alten technischen Anlagen, steht nun der gesamte See in voller Größe zur Verfügung. Der Bootsanlegesteg ist in die Nähe des Robinson-Spielplatzes gerückt, was bisher durch die Einbauten im See nicht möglich war. Freitags Salsa, samstags Tango und sonntags Swing: So lautet der Rhythmus von "Tanzen im Park", zu dem das Parkfestival transindustriale bis Ende September jeweils in den frühen Abendstunden einlädt. Eine neue, 81 Quadratmeter große Tanzfläche erwartet die Tanzbegeisterten im Westpark in der Nähe des Biergartens. Der Tanz unter freiem Himmel wird von der Dortmunder Tanzszene betreut. Wer möchte, kann sich von den Tänzern gern erste Schritte beibringen lassen. Wer nur Tanzluft schnuppern möchte, kann es sich auf den Parkbänken rund um die Tanzfläche oder auf einer Picknick-Decke gemütlich machen. Karaoke im Westfalenpark "Sing dein Ding!" lautet die Devise am Sonntag, 5. September, wenn das Dortmunder Parkfestival Transindustriale zu einem Karaoke-Nachmittag unters Sonnensegel im Westfalenpark bittet. Von 12 bis 15 Uhr können "Unter-der Dusche-Sängerinnen" zu Superstars werden und schüchterne Jungs den Elvis machen. Über 1.500 Songtitel aus allen Epochen und Genres stehen Könnern und Laien, Jung und Alt zur Verfügung. Moderiert wird die Show von Steve Waymouth. Mitmachen ist kostenlos, es ist nur der Parkeintritt zu zahlen. 05.09., 24.10. Flo(h)rian - Flohmarkt im Westfalenpark 10.10. Gartenlust: Herbstmarkt Westfalenpark Dortmundtäglich geöffnet: Eingang Ruhrallee 10-18 Uhr Eingang Florianstraße 9-23 Uhr Eingänge Blütengärten, Baurat-Marx-Allee, Buschmühle und Hörde 9-21 Uhr Bei Open-Air-Veranstaltungen sind witterungsbedingte kurzfristige Programmänderungen und -absagen möglich. Infos gibt es an der Service-Hotline 0231 5026100. Eintrittspreise: Einzelticket 2,- Euro Turmauffahrt 1,70 Euro Fahrt mit der Seilbahn/Kleinbahn 2,- Euro für Erwachsene, 1,- Euro für Kinder Weitere Ausflugstipps im Ruhrgebiet:
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Zunächst gab es aber noch den Wunsch der Post nach einem 150 Meter hohen Sendemast an der B1, der unter anderem der Ausstrahlung des geplanten zweiten Fernsehprogramms dienen sollte. Da ein Gittermast das Stadtbild erheblich gestört hätte, einigten sich Stadt und Post schnell auf die Verbindung ihrer beiden Projekte. Bis zur Antennenspitze wurde der Florian nun 220 Meter hoch und damit zum damals höchsten deutschen Bauwerk. Das Restaurant rückte doppelt so hoch wie geplant auf 138 Meter über dem Boden. Bei guten Bedingungen können Gäste bis heute etwa 42 Kilometer weit über Dortmund und das Umland schauen.