| WESTFALENPARK |
Über Wiesen und Klanginstallationen. Auch nach über 50 Jahren ist der Dortmunder Westfalenpark ein beliebtes Ausflugsziel für Städteflüchtlinge aus dem ganzen Ruhrgebiet. Mit den vielen Sehenswürdigkeiten und Events ist hier rund um den Florian immer was los.
![]() Ob bunt wie jetzt im Herbst, karg oder romantisch verschneit, aufblühend wie im Frühling, durch und durch sommerlich: Im Westfalenpark gibt es zu jeder Jahreszeit Erholung und Action an jeder Ecke. Dabei braucht er nicht unbedingt eine bestimmte Veranstaltung - der größte Garten Dortmunds ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Im Frühling, Sommer und Herbst allerdings kommen sie alle: der Blick auf die Autokennzeichen auf den Parkplätzen rund um den Westfalenpark zeigt, dass die Besucher sowohl aus dem gesamten Ruhrgebiet als auch aus dem Rheinland, dem Münsterland und dem Bergischen angereist kommen. Und so flaniert man gemütlich entlang der Blumenbeete, vorbei an wuchtigen Rhododendren, macht Rast auf einer der weitläufigen Wiesen, schaut in der kleinen Sternwarte ins Universum, hüpft auf der Klanginstallation seine Lieblingsmelodie, lauscht am Puppentheater einem klassischen Märchen oder genießt die Aussicht über das ganze Ruhrgebiet aus dem sich langsam drehenden Turmrestaurant. Überall im Park findet man Ruhe und Bewegung zugleich, wie z. B. bei der Fahrt mit der Seilbahn oder auf der Parkbahn, die verschiedene Strecken durch den Westfalenpark fährt. Das ist natürlich längst nicht alles: Minigolf, Beach Sport, zahlreiche Cafés, kleine Ausstellungen, Trampolinspringen, Schachtische, Spielplätze für die kleinsten Besucher, der phantasievolle Sehen-Hören-Fühlen-Parcours und viele weitere kleine Raffinessen machen den Westfalenpark zum Freizeitallrounder. Westfalenpark und Florian feierten Geburtstag Am 30. April 1959 begrüßte Dortmund den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss zur Eröffnung der Bundesgartenschau im pünktlich fertig gestellten neuen Westfalenpark. Die größte Attraktion im Park war damals der "Aussichts- und Fernmeldeturm", inoffiziell bald Florian genannt. Neben der Westfalenhalle wurde der Turm schnell zum Wahrzeichen Dortmunds. Beide markanten Bauwerke markieren zeitlich die erfolgreiche Wiederaufbauphase der Stadt nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Dabei sollte der Turm eigentlich gar nicht so "herausragend" werden. Nachdem Dortmund 1955 den Zuschlag für die Bundesgartenschau 1959 erhalten hatte, stand die gärtnerische Gestaltung des Geländes vor der Kulisse der Hörder Hochofenanlagen im Vordergrund. Erst 1957 gewann der Dortmunder Architekt Will Schwarz (1907-1992) einen Preis für seinen Entwurf eines Aussichtsturms mit rotierendem Restaurant in 65 Meter Höhe. Schwarz erfand diese aufsehenerregende Weltneuheit, weil gute Aussichtsplätze in Restaurants schnell besetzt sind. Ein drehendes Café hat nur attraktive Plätze, das Panaroma gleitet wie in einem Film vorbei. Zunächst gab es aber noch den Wunsch der Post nach einem 150 Meter hohen Sendemast an der B1, der unter anderem der Ausstrahlung des geplanten zweiten Fernsehprogramms dienen sollte. Da ein Gittermast das Stadtbild erheblich gestört hätte, einigten sich Stadt und Post schnell auf die Verbindung ihrer beiden Projekte. Bis zur Antennenspitze wurde der Florian nun 220 Meter hoch und damit zum damals höchsten deutschen Bauwerk. Das Restaurant rückte doppelt so hoch wie geplant auf 138 Meter über dem Boden. Bei guten Bedingungen können Gäste bis heute etwa 42 Kilometer weit über Dortmund und das Umland schauen. Am 22. Mai 1958 begannen endlich die Bauarbeiten. Für den Turmschaft aus Beton wählten die Ingenieure eine moderne Bautechnik, das so genannte Gleit-Schalsystem, das ohne Gerüst auskommt. Auch im Winter ging der Bau im 24-Stunden-Schichtbetrieb zügig voran, zum Teil unter dem Schutz eines erwärmten Zeltes. Pünktlich zur Eröffnung der Bundesgartenschau konnte Oberbürgermeister Dietrich Keuning nach nicht einmal einem Jahr Bauzeit verkünden: "Der Turm ist fertiggestellt, der Aufzug läuft, das Restaurant dreht sich!" Und so blieb es die nächsten Jahrzehnte. Probleme gab es erst in den 1990er Jahren. Das Restaurant begann nach seinen rund 500.000 Umdrehungen zu "rumpeln". Der Drehbetrieb musste eingestellt werden. Der Rat folgte den Wünschen vieler Dortmunderinnen und Dortmunder und gab grünes Licht für eine umfassende Sanierung, die auf Initiative von Alt-Oberbürgermeister Günter Samtlebe durch zahlreiche Spenden unterstützt wurde. Zum 40. Geburtstag im Jahr 1999 drehte sich das Café dann wieder - mit einem kleinen Unterschied: Um eine längere Lebensdauer zu sichern, ist die Fassade nicht mehr mit dem Drehkranz verbunden. Deshalb unterbricht nun ab und zu eine Fensterstrebe den Ausblick auf die Stadt. Seither waren nur noch kleinere Sanierungen erforderlich. Der Jubilar, der seinen Namen Florian vermutlich dem Schutzpatron der Gärtner verdankt, feierte seinen runden Geburtstag im Jahr 2009 bei bester Gesundheit. Bootsverleih auf dem Buschmühlenteich Nach jahrelanger Pause wurde der Bootsverleih auf dem Buschmühlenteich vom Betreiber der Park- und Seilbahn wieder zum Leben erweckt. Der Gedanke, den Buschmühlenteich wiederzubeleben, wurde schon lange verfolgt und nach Sicherstellung und Verbesserung der Wasserqualität, dem Ausbau der alten technischen Anlagen, steht nun der gesamte See in voller Größe zur Verfügung. Der Bootsanlegesteg ist in die Nähe des Robinson-Spielplatzes gerückt, was bisher durch die Einbauten im See nicht möglich war. 19.11. Parklauf - Rund um den Fernsehturm Westfalenpark Dortmundtäglich geöffnet: Eingang Ruhrallee 10-18 Uhr Eingang Florianstraße 9-23 Uhr Eingänge Blütengärten, Baurat-Marx-Allee, Buschmühle und Hörde 9-21 Uhr Bei Open-Air-Veranstaltungen sind witterungsbedingte kurzfristige Programmänderungen und -absagen möglich. Infos gibt es an der Service-Hotline 0231 5026100. Eintrittspreise: Einzelticket 3,- Euro Turmauffahrt 2,50 Euro |





Zunächst gab es aber noch den Wunsch der Post nach einem 150 Meter hohen Sendemast an der B1, der unter anderem der Ausstrahlung des geplanten zweiten Fernsehprogramms dienen sollte. Da ein Gittermast das Stadtbild erheblich gestört hätte, einigten sich Stadt und Post schnell auf die Verbindung ihrer beiden Projekte. Bis zur Antennenspitze wurde der Florian nun 220 Meter hoch und damit zum damals höchsten deutschen Bauwerk. Das Restaurant rückte doppelt so hoch wie geplant auf 138 Meter über dem Boden. Bei guten Bedingungen können Gäste bis heute etwa 42 Kilometer weit über Dortmund und das Umland schauen.