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LANDSCHAFTSPARK HOHEWARD

Die pure Lust des Haldenwanderns.

Industrienatur pur: Zwischen Herten und Recklinghausen heißt es "Der neue Berg ruft!", seit mit dem Horizontobservatorium eine neue Attraktion hoch über dem Ruhrgebiet thront. Und: Diese Industrienatur hat noch mehr zu bieten.

Halde Hoheward mit Himmelsobservatorium in HertenAus der größten Haldenlandschaft ist eine Freizeitattraktion geworden – Industrienatur sagt man jetzt. Noch eindrucksvoller als beispielsweise der Tetraeder in Bottrop oder die Bramme auf der Halde Schurenbach in Essen ist das Horizont-Observatorium mit den beiden riesigen Halbkreisen aus Stahl von weitem sichtbar. Nachdem die ehemalige Zeche Ewald schon seit einigen Jahren mit Konzerten und Events sowie der Ansiedlung von Firmen zum Zukunftsstandort deklariert wurde, geht's jetzt hoch hinaus, denn die neue Landmarke ist wirklich den Aufstieg wert.

Auf der Ringpromenade am Haldenfuß und der sieben Kilometer langen Balkonpromenade kann man die Halde ebenerdig erkunden. Serpentinen führen zur mittleren Ebene und an zwei Stellen, dem Salentinplatz und der Drachenbrücke, auch direkt zur Sonnenuhr bzw. zum Observatorium. Die Fußgängerbrücke vom Zukunftsstandort Ewald komplettiert die Balkonpromenade. Die Drachenbrücke über der Cranger Straße schließt den Stadtteil Hochlarmark an den Landschaftspark Hoheward an. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann von der Haltestelle "Am Handweiser" bequem mit dem Shuttlebus bis zum Horizont-Observatorium auf 152 Meter über NN fahren.

Den Himmel beobachten
Neue Sichten auf das Ruhrgebiet.Die Idee zu dem außergewöhnlichen Bauwerk hatte Dr. Burkard Steinrücken, Leiter der Westfälischen Volkssternwarte Recklinghausen. Die Beobachtungsstation der Bahnen von Sonne, Mond und Sternen ist eine moderne Version der prähistorischen Steinkreise Stonehenge in Südengland. Das Horizont-Observatorium besteht aus einer kreisrunden, ebenen Fläche auf der Haldenkuppe von rund 95 Metern Durchmesser, einem in der Mitte abgesenkten Forum und zwei Halbkreisen aus Stahl mit einem Durchmesser von 90 Metern. Die Stahlbögen spannen sich wie die Großkreise Meridian und Himmelsäquator über den Platz. Von dem abgesenkten Forum aus breitet sich das Plateau der Halde in alle Richtungen wie ein künstlicher Horizont aus. Mit Hilfe von Peilmonumenten können dort Sommer- bzw. Wintersonnenwenden oder die Astronomischen Jahreszeiten oder Mondwenden beobachtet werden. Die alles überspannenden Bögen teilen den Himmel in Ost- und Westhälfte sowie in Nord- und Südhalbkugel und dienen so tagsüber als Sonnenkalender und nachts als Orientierungshilfe am Sternenhimmel.

Landschaftspark wird weiter ausgebaut
Der Landschaftspark Hoheward bietet völlig neue Perspektiven.Neben dem Amphitheater auf dem Haldenplateau führen rund zwanzig Kilometer Wanderwege durch den Landschaftspark. Elf Stahlbalkone sind zusätzlich markante Aussichtspunkte in die Region, die Essener Innenstadt ist von hier ebenso zu sehen wie das beginnende Münsterland. Neben der tollen Aussicht ist die Halde auch ein Naturerlebnis für die ganze Familie und bei Spaziergängern und Radfahrern schon seit langem beliebt. Mit Kind und Kegel kamen interessierte Haldenfans aus dem ganzen Ruhrgebiet zum "Bergfest" im November 2008. An zwei Tagen gab es bei schönstem Herbstwetter und zu Alphornmusik Erklärungen zum neuen Horizont-Observatorium sowie Pommes und Bier – man ist schließlich im Ruhrgebiet. Auch das Fernsehen war da und berichtete vom hochgelegenen Spektakel.

Mit der neuen Landmarke ist der Landschaftspark aber noch lange nicht fertig. Bislang umfasst das rund 750 Hektar große Planungsgebiet zwischen der Autobahn A2 im Norden und der Emscher im Süden u. a. den Zukunftsstandort Ewald, die Ewaldpromenade, die Halde Hoppenbruch mit dem Windkraftrad, die Halde Hoheward, den Stadteilpark Hochlarmark sowie Wald- und Naturschutzgebiete wie den Emscherbruch.

In einem dritten Schritt soll ein Veranstaltungsplatz entstehen, auf dem Events verschiedenster Art durchgeführt werden können. Zudem soll die Ringpromenade von der Drachenbrücke über das Aktiv-Linear-Band bis zum Zukunftsstandort Ewald komplettiert werden. Außerdem ist geplant, Serpentinen anzulegen, die vom ehemaligen Zechengelände direkt zum Observatorium führen. Außerdem ist ein Besucherzentrum Maschinenhaus Nord auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald geplant.
 
Bilder vom Landschaftspark Hoheward gibt es in unserer Bildergalerie.
 
Tipp: Rund um die Halde sind die Parkplätze knapp. Am besten kann man am Restaurant Am Handweise oder direkt an der Zeche Ewald parken.

Anfahrt mit dem PKW:
A43 Ausfahrt Recklinghausen-Hochlarmark, Richtung Herten. Man fährt direkt auf die Halde zu.
A42 Ausfahrt Herne-Wanne/Herten-Süd, Richtung Herten. Geradeaus erreicht man die Zeche Ewald.
Anfahrt mit dem ÖPNV:
Mit der Buslinie 210 ab Herten-Mitte oder der Linie 234 von Recklinghausen-Süd und Hochlarkmark bis zur Haltestelle "Neue Horizonte".